TEXBAC-Index

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  Baumann

Fasern mit Wirkstoffreservoir

Amicor / Amicor Plus / Amicor Pure

Hierbei handelt es sich um ein Kunststoffgemisch, wobei der antimikrobielle Wirkstoff von "Amicor" in die Grundstruktur der Faser eingebaut ist. "Der Faserkern arbeitet dabei wie ein Reservoir, das für permanente Auffrischung der Faseroberfläche sorgt.” "Amicor Pure" ist mit dem organischen Wirkstoff Triclosan versehen.

Der Hersteller (Acordis Acrylic Fibres, Bradford, UK) und Vertreiber (Ibena, Textilwerke Beckmann GmbH), 2004:
“Entgegen dem immer noch für Schlagzeilen sorgenden TBT ist dieser (Triclosan) auch in Zahnpasten und Deodorants enthalten und wird als unbedenklich eingestuft"

Die Internet-Vermarkter (www.familystruempfe.de und www.ihle-strumpf.de), 2004:
“Amicor ist eine Spezialfaser, die Geweben ein Gefühl wie frisch gewaschen verleiht. Amicor ist mit einem Fungizidwirkstoff ausgerüstet, dieser verhindert die Entstehung von Fußpilz. Amicor entzieht der Hausstaubmilbe den Nährboden” (Anmerkung von TEXBAC: Triclosan ist ein Bakterizid und kein Fungizid, da beißt keine Milbe am Nährboden rum!)

Die Zeitschrift ÖKO-Test, 2003:
Wir würden eine Ausrüstung mit Triclosan nicht empfehlen. Triclosan ist eine halogenorganische Verbindung aus der Chlorchemie. Es handelt sich dabei um ein sehr starkes Desinfektionsmittel. Triclosan kann im Körper die Leberfunktion beeinträchtigen und schädigt das Erbgut von Hefen. Der "Bakterienkiller" ist zudem oft mit Dioxin, das sich im Körper anreichern kann, verunreinigt. Einige Dioxine lösen schon in geringen Mengen Chlorakne aus, andere erzeugen Krebs. Triclosan wurde bereits in der Muttermilch nachgewiesen und steht im Verdacht, die Antibiotika-Resistenz von Bakterien zu fördern.” (Anmerkung von TEXBAC: Das ist so auch nicht richtig, deshalb ergänzend das nachfolgende Zitat)Triclosan

Das Institut für terrestrische Ökologie, Zürich, 2004:
“Triclosan wird unter dem Einfluss des ultravioletten Anteils des Sonnenlichts photochemisch abgebaut. Als Abbauprodukt entsteht 2,8-Dichlordibenzodioxin. Dieses Dioxinderivat ist zwar ungefährlicher als das Seveso-Dioxin, 2,3,7,8-Tetrachlordibenzodioxin, trägt aber allgemein zur Umweltbelastung durch Dioxine bei.”

Andere Fasermaterialien sind mit Mikrokapseln belegt, in denen sich Wirkstoffe aller Art befinden können.

 Amicore Pure-Decke Amicor-Elastan-Socken

Links eine Amicore Pure-Decke; rechts Amicor-Elastan-Socken

Hände weg von Triclosan!

Eingebaute "Deodorants"
Warnung vor Triclosan in Textilien
Greenpeace warnt vor gefährlichen Chemikalien in Textilien. Ein Test des Kölner eco-Umweltinstitutes für die aktuelle Ausgabe des deutschen Greenpeace-Magazins hat ergeben, dass in vier von sechs Textilien die antibakterielle Chlorchemikalie Triclosan enthalten ist.
03.05.04 - Triclosan soll vor allem dafür sorgen, dass in den Textilien kein Schweißgeruch mehr auftritt. Bereits im Herbst des Vorjahres hatte Greenpeace nachdrücklich vor dieser Substanz in verschiedenen Kosmetika gewarnt. Triclosan ist ein weißes, kristallines Pulver von leicht aromatischem Geruch. Es wirkt desinfizierend und beseitigt unangenehmen Körpergeruch, wird daher als "eingebautes Deodorant" in Textilien verwendet. Die untersuchten Textilien enthielten Triclosan in Konzentrationen von bis 500 Milligramm pro Kilogramm Textil. Die EU stuft das Dauergift aus der Gruppe der Chlorphenole als "umweltgefährdend" ein. Zwar fehlen Grenzwerte für Triclosan in Kleidung, nach Ansicht von Experten gelten Werte ab 400 Milligramm pro Kilo jedoch als "erhebliche" Menge.

"Triclosan ist überflüssig und belastet die Gesundheit", urteilt der Greenpeace-Chemieexperte Manfred Krautter, schon aus Vorsorgegründen gehöre es verboten. Die EU müsse den Konsumenten solch problematische Substanzen durch das neue Chemikaliengesetz "REACH" vom Leibe halten. "Triclosan greift den natürlichen Schutzmantel der Haut an, weil die Substanz auch nützliche Keime tötet", bestätigt der Dermatologe Uwe Wollina, der Chefarzt der Hautklinik Dresden ist. Eine unspezifische Reduktion der Bakterienzahl auf der Haut sei bei gesunden Menschen von zweifelhaftem Wert, so Wollina.

Obwohl der Schweizer Hersteller Sanitized argumentiert, dass das Produkt fest mit der Faser verbunden sei und ein Einfluss auf die Hautflora "praktisch ausgeschlossen" werden könne, zeigt ein zweiter Test des eco-Institutes, dass Triclosan durch Schweiß bereits nach einer Stunde aus der Faser gelöst wird. Dadurch gelangt es auf die Haut. Das Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin (BfR) will in einer Anhörung mit Textil- und Chemieverbänden den ausufernden Einsatz von Triclosan in Kleidung hinterfragen. "Waschen, trocknen, luftig halten" reiche gegen Schweißgeruch völlig aus, erklärte BfR-Experte Wolfgang Lingk.

Quelle: Ärztliche Praxis, 3.5.2004

Kommentar texbac:

Bitte bedenken Sie, dass Sie derart behandelte Gewebe beim Kaffeeröster um die Ecke kaufen können. Das dort z.B. an Socken angebrachte Markenlabel “Sanitized” (vgl. hierzu auch “Wirkstoffumhüllte Fasern) sollte nach diesem Bericht (siehe oben) ein weiterer Grund sein, dem Kauf derartiger Artikel zumindest kritisch gegenüber zu stehen!

Wir haben in unseren Untersuchungen vielfach darauf hingewiesen, dass mit den Waschvorgängen die Wirksamkeit solcher Produkte nachlässt. Es ist schlicht Unsinn, wenn die Fa. Sanitized behauptet, eine Ablösung des Triclosan von der Faser sei “praktisch ausgeschlossen”. (Quelle: Greenpeace Magazin vom 29.04.04 und Test des eco-Umweltinstitutes)

Kaufen Sie Ihre Socken in einem ordentlichen Textilgeschäft - und hängen Sie sie nach dem Waschen an die frische Luft. Das schont Ihren Geldbeutel und die Umwelt und trägt dazu bei, dass zweifelhafte Produkte vom Markt verschwinden.
 

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