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  Baumann

Wenn Ziegen spinnen

Wenn Ziegen spinnen...

Eine verrückte Geschichte spinnt sich um die Spinnenseide. Sie ist zug- und reißfest und bleibt trotzdem elastisch – ein Traum von einem Werkstoff. Allerdings lassen sich große Mengen an Spinnen nicht züchten. Daher kam die kanadische Firma Nexia Biotechnologies auf die Idee, Ziegen das Spinnenseiden-Gen einzusetzen. Diese transgenen Ziegen produzieren in ihrer Milch wiederum das Spinnenseidenprotein, aus dem dann der gewünschte Faden hergestellt werden kann.

A goat that produces spider's web protein is about to revolutionise the materials industry. Stronger and more flexible than steel, spider silk offers a lightweight alternative to carbon fibre.

Up to now it has been impossible to produce "spider fibre" on a commercial scale. Unlike silk worms, spiders are too anti-social to farm successfully.  Now a Canadian company claims to be on the verge of producing unlimited quantities of spider silk - in goat's milk. Using techniques similar to those used to produce Dolly the sheep, scientists at Nexia Biotechnologies in Quebec have bred goats with spider genes.

This "silk milk" will be used to produce a web-like material called Biosteel.  Naturally occurring spider silk is widely recognised as the strongest, toughest fibre known to man. Its tensile strength is greater than steel and it is 25 percent lighter than synthetic, petroleum-based polymers. These qualities will allow BioSteel to be used in applications where strength and lightness are essential, such as aircraft, racing vehicles and bullet-proof clothing.
Quelle: BBC-News (http://news.bbc.co.uk/1/hi/sci/tech/889951.stm 21.8.2000), 1.8.2006

Ziege
seide-gartenkreuzspinne

Seidenfaden einer Spinne unter dem Mikroskop (Bild: br-online)

Das Geheimnis der Spinnenseide wurde 2001 gelüftet: Die Stabilität erhält der dünne Faden durch lange Eiweißketten, Seidenproteine, die in einer unstrukturierten Trägermasse "schwimmen". Erst beim Ausspinnen verbinden sich die kristallinen Proteine zur Fadenstruktur - so kann die Spinne je nach Bedarf Seidenfäden von unterschiedlicher Festigkeit spinnen. Ihr Haltefaden, an dem ihr Leben hängt, bekommt so eine andere Struktur als die Fäden des Netzes, die Insekten im vollen Flug einfangen.

Nun besteht bisher das Problem, dass die “Ziegenseide” qualitativ sehr zu wünschen übrig lässt. Ein anderer Weg verspricht erfolg: Dafür wurden die Originalgene der Spinnenseide per Virus in Schmetterlingszellen eingeschleust, die daraufhin "echte" Spinnenseiden erzeugten. Eine zweite Methode sollte sicherstellen, dass der Faden auch im industriellen Maßstab erzeugt werden kann.
Quelle: http://www.br-online.de (3.3.2008)

Spinnennetz mit Wassertropfen Ähre mit Spinnennetz

Kommentar texbac:

Dies ist eines der Produkte, die nur mit Hilfe manipulierter Gene wirtschaftlich hergestellt werden können und gleichzeitig ist es ein Produkt, das z.B. als schusssicheres Westengewebe genauso gute Dienste tut, wie als stabiles Nähgarn in der Medizin oder als stabiles, bestens verträgliches textiles Implantat. (Die Ziege hat mal wieder keiner gefragt, was sie von der Manipulation hält!)

Schade, dass jedes Ding immer mindestens zwei Seiten hat!