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  Baumann

Kältesschutztextilien

Wieso friert der Eisbär nicht?

Eisbaer

Kälteschutztextilien

Das Eisbärenfell ist mit mehreren Finessen für die eisige Kälte gerüstet. Die Haare sind nicht völlig glatt, sondern leicht kraus. Jedes einzelne Haar ist innen hohl und für Strahlung durchlässig, so dass die Wärme direkt auf die Haut des Bären geleitet wird. Je mehr Luft eingeschlossen ist, desto wärmespendender ist die Kleidung. Eine Faser ist in der Regel zwischen 15 und 20 Mikrometer dick. Die Wände können aber nicht beliebig dünn werden, sonst knickt die Faser womöglich, weil die Stabilität verloren geht. Um das Knicken zu vermeiden und trotzdem möglichst viel Luft im Garn zu halten, verwenden die Textilhersteller einen Trick  indem mehrere Luftkanäle in die Fasern eingebracht werden. So gibt es beispielsweise 4- oder 7-Lochfasern (siehe rechts)

Hohlfaser Hohlfaser mit vier Kanälen

Quelle: 29.11.2004 - Materialforschung “Luftkammern und Naturkrause: Textilien für die kalte Jahreszeit imitieren das Fell des Eisbären”, http://www.wissenschaft.de/wissen/hintergrund/246926.html

Kommentar von texbac:

Ein klassisches Beispiel, bei dem der Mensch mit seinen Möglichkeiten Welten entfernt von den Fähigkeiten der Natur agiert, finden Sie hier
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Kurioses

bugattiairJacke

Wohlfühlen: Airvantage - Klimajacke zum Aufblasen, F.W. Brinkmann GmbH 

Schmalspur-Klimajacke von Bugatti!

Wieviel intelligenter ist doch die Natur. Der Typ bläst seine Jacke auf und wird damit viel weniger Effekt erzielen, als der Eisbär - der nichtmal sein Fell aufblasen muss.

Bild: http://avantex.messefrankfurt.com/ (9.7.2006)

Besser macht es da die Fa. Sympatex, die eine kleine Pumpe in die Jacke integriert, die je nach Temperatur den Luftgehalt und damit das Klima in der Jacke regelt (siehe unten).

aufblasbare Jacke
warmerHandschuhReusch

 

Einen extrem leichten, leistungsstarken beheizbaren Handschuh hat dagegen die traditionsreiche Firma Reusch auf den Markt gebracht. Laut dem Hersteller bietet er „optimalen Wärmekomfort mit bis zu fünf Stunden Heizdauer bei einer minimalen Gewichtsbelastung durch das Heizsystem von nur circa 70 Gramm pro Handschuh“. Und immun gegen Schläge oder gegen Wassereintritt ist das System angeblich auch noch.

Heizbarer Handschuh

Herzstück des „heißen“ Handschuhs ist ThermoTec, eine Technologieplattform von Interactive Wear, eine Firma, die sich auf Elektronik für intelligente Kleidung spezialisiert hat. Zum Heizsystem gehören unter anderem eine Miniatur-Zentralelektronik mit einem 16-Bit-Mikrocontroller, der das Temperaturmanagement übernimmt und flache und leichte Lithium-Ionen-Akkus mit hohem Wirkungsgrad. Spezielle, flexible Wärmeleitfäden, die sich auf viele verschiedene Arten von Stoffen aufbringen lassen, runden das Konzept ab.

Der Clou an der Sache: ThermoTec überwacht die Wärmezufuhr jederzeit mithilfe von Sensoren. „Energie wird nur dann zugeführt, wenn eine vorgegebene Temperatur an kältesensiblen Stellen der Hand untersachritten wird“, versprechen die Hersteller.

Quelle: http://www.scinexx.de/dossier-detail-394-5.html (16.5.2008); FIS Fashion Innovation Service GmbH