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  Baumann

Silberdotierte Fasern

Historisches...

...über Silber in der Medizin

"Geboren werden mit einem Silberlöffel im Mund"
Ursprünglich bedeutete es während der Kindheit größere Überlebenschancen zu haben.
Heute wissen wir, das Silber die E-Kolibakterien und Salmonellen abtötet. Beide Organismen befanden sich vorzugsweise auf, nicht aus Silber bestehenden, Bestecken und galten als Krankheitsquelle, wenn nicht gar als Todesursache.

"Jede Wolke hat einen Silberrand"
Die römische Aristokratie und die anderer Kulturen im Mittelalter trank aus Silberbechern. Das war wegen seines antibakteriellen Schutzes bekannt. Da Silber mit sauberem Wasser verknüpft wurde und weil auch Regenwasser als sauber angesehen war, wurden diese beiden Konzepte in dem Spruch vereint.

"Eine Zunge aus Silber haben"
Diese Sprichwort bezieht sich auf die Weisheit und Intelligenz einer Person. Sein Ursprung aber geht zurück ins Mittelalter, als die Adligen ein Silberstäbchen dazu benutzten, um das Vorhandensein von Gift im Wein feststellen zu können, bevor sie ihn tranken. Lief das Silber schwarz an, war Arsen im Wein. Eine Silberzunge zu haben, bedeuetete also ein übernatürliches Talent zu besitzen.

Und heute?
Die erste Medizin, die wir bekommen ist oft Silber: in nitrithaltigen Augentropfen für Neugeborene zur Vermeidung von Infektionen. Bei Verbrennungen werden Silberauflagen gemacht. In vielen Wundauflagen ist Silber enthalten - und inzwischen auf vielen Textilfasern:

silberdotierteWaesche

Bild: http://avantex.messefrankfurt.com/ (8.7.2006) mallani-med,  Mallani Karl-Heinz Moll GmbH & Co KG

bakterienSilberionen
  • Silberionen wirken im Nahbereich und bringen Bakterien im textilen Gewebe zum Absterben
  • keine Migration
  • geringstes Allergierisiko
bakterien_aktionSilberTrevira

Trevira nutzt die antibakterielle Wirkung von Silberionen  z.B. in Inkontinenzunterlagen. Hier finden Sie ein pdf dazu

Abbildungen links: Trevira GmbH

Silber zerstört bakterien

So funktioniert`s: wenn Bakterien mit den Silberionen in Kontakt kommen, platzen sie und sterben ab.

T-Shirt aus silberdotiertem Gewebe
Fussgeruch

T-Shirt aus silberdotiertem Gewebe

Mehr als jeder fünfte Deutsche (über 22%) leidet unter Fußpilz!
... und ein Ende ist nicht in Sicht. Der Pilz nistet überall: im Teppichboden von Hotelzimmern, in der Umkleidekabine vom Fitnessclub, in Sauna, ganz besonders in den Schwimmbädern. Ganze Berufsgruppen leiden geschlossen unter Fußpilz: Bergleute, Landwirte, Marthonläufer, Fußballspieler, Soldaten u.v.m. Fußpilz verfolgt den Menschen schon seit Jahrhunderten; spätestens durch den 2ten Weltkrieg mit seinen Völkeraufmärschen und Flüchtlingstrecks hat er sich über ganz Europa verbreitet.

 

Dass silberdotierte Socken auch im medizinischen Bereich hilfreich eingesetzt werden können, hat eine aktuelle Untersuchung im Auftrag der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gezeigt (siehe auch unten).

Bei den rund fünf Millionen Diabetikern in Deutschland ist es gefürchtet: das diabetische Fußsyndrom, bei dem Nerven und Blutgefäße aufgrund der Zuckerkrankheit geschädigt sind. Im schlimmsten Fall muss der Fuß amputiert werden - bis zu 27.000 Diabetes-Patienten sind davon jedes Jahr betroffen. Spezielle Strümpfe können vielleicht bald helfen, dass die Füße gesund bleiben. Das Strumpfwerk Lindner aus dem sächsischen Hohenstein-Ernstthal will Diabetiker-Strümpfe mit antimikrobiellen Silberfasern entwickeln, die vor Infektionen schützen, hautverträglich und haltbar sind. Gemeinsam mit dem Thüringischen Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung (TITK, Rudolfstadt) und der Kulmbacher Spinnerei (Mainleus) soll der Spezialstrumpf zudem umweltschonend hergestellt werden. Bei Menschen mit Diabetes ist die Gefahr groß, dass kleine Verletzungen an den Füßen unbemerkt bleiben, weil Nerven und Gefäße durch die Krankheit geschädigt sind und das Schmerzempfinden gestört ist. Schlimme, schlecht heilende Entzündungen können die Folge sein, die manchmal sogar eine Amputation erzwingen.
Quelle: Homepage der Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) (2.2.2006)

silberdotierteSkihoseSchoeffel

Dass sich eine Silberdotierung nicht auf Unterwäsche beschränken muss, zeigt der Hersteller Schoeffel. Die leichte alpine Rock-Tourenhose mit hohem Stretchanteil ist aussen stark wasserabweisend. Auf der Innenseite wird Silber eingelagert, um die Bakterienbildung zu verhindern.

Quelle: http://www.schoeller-textiles.com/nanosphere/presse/konf_pr_ss2006_080905.pdf (9.7.2006)

PolygieneSilver

Bild: Polygiene

Polygiene präsentiert auf der Winter-ISPO 2008 ein neu patentiertes Silberionen-haltiges Gewebe.

“Polygiene is a breakthrough, patented antimicrobial technology that employs ionic silver to inhibit the growth of micro-organisms. Independent tests have shown the technology to have high efficacy against harmful bacteria and fungi, and even against the SARS Co virus when used with products manufactured from amino moulding compounds.”

Interessant daran ist eigentlich die Tatsache, dass es immer noch möglich ist, ein “Uraltverfahren” (antibakterielle Wirkung von Silberionen) neu patentieren zu lassen.

Aber Achtung vor der Kreativität von Bakterien!

Die Ärztliche Praxis meldet am 21.12.2005 folgendes:

Seltenes Handicap bei der Wundversorgung
Resistent gegen Silber
Bakterien können gegen Silber Resistenzen entwickeln, und damit auch manchen Antibiotika leichter widerstehen. Noch ist unklar, wie die Keime das bewerkstelligen.
21.12.05 - Seit mehr als 40 Jahren wird Silber in der topischen Wundbehandlung eingesetzt, früher in Form von Silbernitrat als Antiseptika oder in Verbrennungssalben, heutzutage vor allem eingearbeitet in Wundauflagen. Silber wirkt antimikrobiell und ist wenig toxisch.

In Bakterien interferieren sie mit mehreren Enzym-abhängigen Prozessen, binden an deren Oberfläche und schädigen die Membranfunktion.

Mittlerweile musste man erkennen, dass Bakterien gegen Silber resistent werden können. Und mehr noch: sie entwickeln dadurch auch Kreuzresistenzen gegen andere Antibiotika.

Inwieweit dabei chromosomale Veränderungen oder ein verstärkter Effux von Silberionen verantwortlich ist, wird derzeit untersucht.

 

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