TEXBAC-Index

© und Screen-Design
  Baumann

Wirkstoffumhüllte Fasern

Gewebe mit einer Sanitized-Ausrüstung

Eine “Sanitized-Ausrüstung” besteht aus einer „Vielzahl von Stoffgruppen” z.B. verschiedene Phenole, Ethylenglykol (im Frostschutzmittel enthalten), Phtalate (toxische Weichmacher), Imidazolidinyl (Formaldehydabspalter). Durch diese Ausrüstung wird die Zersetzung des Schweißes verhindert, also  wirkt die Faser geruchshemmend. Oftmals ruft sie erst Allergien hervor.

Gemäß Sicherheitsdatenblatt sind die wirksamen Komponenten ein Gemisch aus 5-chlor-2-((2,4-dichlorphenoxy)phenol und 2-N-octyl-isithiazolin-3-one (Kathon 893).
Quelle: “Antibacterial compounds in clothing articles”; Updated 11.4.2003 in www.mst.dk/chemi/01081903.htm

Bei dem Produkt Sanitized T 96-20 kommt als Wirksubstanz eine flüssige Zubereitung mit einer halogenierten Phenoxyverbindung zum Einsatz.
Das Wachstum zahlreicher grampositiver und gramnegativer Bakterien soll gestoppt werden, da durch Zugabe der Wirksubstanz auf die Zelle den Bakterien die Nahrungsquelle entzogen wird. Durch diese Art von Applikation, die im Foulard-, Auszug- oder Sprühverfahren erfolgt, können  gängigen Textilfasern (mit Ausnahme von Polypropylenfaser) sowie deren Mischung mit einem Anti-Smell Effekt ausgestattet werden.
Der Nutzeffekt von Sanitized T 99-19 ist nahezu identisch mit dem Sanitized 96-20 Produkt. Die Wirksubstanz Dimethyl-tetradecyl[3-(trimethoxysilyll-)propyl] ammoniumchlorid wird in die Flotte beigegeben und im Foulard-, Auszug- oder Sprühverfahren chemisch an die Faser gebunden. Als Faserstoffe können Baumwolle, Polyester und Polyamid sowie deren Mischungen ausgerüstet werden. Bei Polypropylen ist die antibakterielle Wirkung zwar als positiv zu bewerten, allerdings ist sie nicht waschbeständig. Bei Wolle tritt durch den Einsatz mit Sanitized T 99-19 nur eine beschränkte antibakterielle Wirkung ein.
Quelle: „Müssen moderne Textilien bei schweißtreibenden Tätigkeiten riechen und wie lässt sich dieses Problem beseitigen?“, Facharbeit für das Fach Warenkunde, http://www.baumann-online.de/ho_alois-kiessling/facharbeiten/Schweissgeruch/Schweissgeruch.htm (4.8.2006)

Sanitized-Produkt Betteinlage
Sanitized-Produkt Betteinlage

Sanitized-Produkte:

  • Betteinlage (links)
  • Socken (rechts)
Sanitized-Produkt Socken

Weitere viel verwendete Substanzen zur antimikrobiellen Ausrüstung:

  • Afrotin LC der Fa. Schill + Seilacher Bei dem Produkt handelt es sich um eine wässrige Lösung auf Basis von Natriumpyridindinthol
  • Dodigen 226 der Hoechst AG Frankfurt) ist ein quartäre Ammoniumverbindung, (Alkyl dimethyl ethylbenzyl ammonium chlorid)
shrimp-1s

Antimikrobieller Wirkstoff aus Shrimps

Gewebe mit einer Chitosan-Ausrüstung

Chitosan wird bisher als Material für Mikrokapselwände eingesetzt. Seine Zukunft dürfte aber im Bereich  seiner antimikrobiellen Wirkung liegen.

Chitosan, ein Polysaccharid, besteht aus Beta-1,4 glykosidisch verknüpften
2-Acetamido-2-desoxy-Beta-D-glukopyranose. Chitosan ist durch seinen Entacetylierungsgrad (prozentualer Anteil entfernter Acetylgruppen) charakterisiert und ist besser löslich als Chitin. Es gibt jedoch keinen genau definierten Übergang zwischen Chitin und Chitosan.
In der Regel handelt es sich jedoch um Chitosan, wenn der Deacetylierungsgrad > 40 - 50 % ist und die Verbindung in organischen Säuren löslich ist.
Chitosan ist also die deacetylierte Form von Chitin. Bei seiner Herstellung werden die Acetylgruppen des Chitins chemisch oder enzymatisch abgespalten. Es ist aus den zwei Monosaccharidbausteinen N-Acetyl-D-glucosamin und D-Glucosamin aufgebaut, die durch β (1à4) glykosidische Bindung verbunden sind.
Weshalb der Einsatz dieses Rohstoffs im Bereich der Bekleidung Sinn macht, verdeutlichen seine Eigenschaften. Chitosan ist nicht toxisch, wirkt antibakteriell und fungizid und ist biologisch abbaubar. Allergien, die durch Chitosan hervorgerufen worden sind, sind nicht bekannt. Als Konservierungsmittel wird Chitosan bereits im Lebensmittelsektor, wie zum Beispiel in Nudeln oder eingelegtem Gemüse eingesetzt.
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kann Chitosan in Europa aus Kostengründen noch nicht breit eingesetzt werden. In Japan und anderen ostasiatischen Ländern ist die Situation diesbezüglich weit günstiger.

chitosan-manu-1 chitosan-manu-2
chitosan-manu-3

Durch intensive Forschung und Entwicklung könnten jedoch im Textilsektor in Zukunft neue Anwendungsbereiche von Chitosan erschlossen werde, so dass die Nachfrage steigt und damit die Preise gesenkt werden können.
Die positiven Eigenschaften von Chitosan liefern sowohl für die Textilverarbeitung als auch für den Bereich der Textilausrüstung ein breites und neuartiges Spektrum.

Die antimikrobielle Wirkweise Chitosans ist auf dessen Polykationcharakter (Anteil kationischer Zentren im Molekül) zurückzuführen. Es bindet Proteinsequenzen, aus denen die Zellwände der Mikroorganismen aufgebaut sind, durch protonisierte Aminogruppen. Durch diesen Vorgang wird das Wachstum der Mikroorganismen(Bakterien: Staphylococcus aureus,Staphylococcus epidermidis und Pseudomonas aeruginosan und die Dermatophyten (Haut und Haarpilze) (Trichophyton rubrum, Trichophyton metagrophytis) gehemmt.
Diese Hygieneeigenschaft zeichnet sich zudem durch ihre Permanenz aus. Ein mit Chitosan behandeltes Mischgarn (90% Co/10% Chitosan) wurde einer Haushaltswäsche unterzogen, um die Permanenz der antibakteriellen Ausrüstung zu untersuchen. Als Ergebnis ließ sich eine gute Beständigkeit der antibakteriellen Ausrüstung feststellen.
Quelle: „Müssen moderne Textilien bei schweißtreibenden Tätigkeiten riechen und wie lässt sich dieses Problem beseitigen?“, Facharbeit für das Fach Warenkunde, http://www.baumann-online.de/ho_alois-kiessling/facharbeiten/Schweissgeruch/Schweissgeruch.htm (4.8.2006)

Eine neue puderförmige Wundauflage aus Krillschalen wird in den USA im militärischen Bereich erprobt.

Kommentar Texbac:

Bitte bedenken Sie, dass Sie derart behandelte Gewebe beim Kaffeeröster um die Ecke kaufen können. Das dort z.B. an Socken angebrachte Markenlabel “Sanitized” sollte nach diversen Untersuchungen ein Grund sein, dem Kauf derartiger Artikel zumindest kritisch gegenüber zu stehen!

Wir haben in unseren Untersuchungen vielfach darauf hingewiesen, dass mit den Waschvorgängen die Wirksamkeit solcher Produkte nachlässt. Es ist schlicht Unsinn, wenn die Fa. Sanitized behauptet, eine Ablösung des Triclosan von der Faser sei “praktisch ausgeschlossen”. (Quelle: Greenpeace Magazin vom 29.04.04 und Test des eco-Umweltinstitutes)

Kaufen Sie Ihre Socken in einem ordentlichen Textilgeschäft - und hängen Sie sie nach dem Waschen an die frische Luft. Das schont Ihren Geldbeutel und die Umwelt.
 

zurück